Online Shop

Auf dem deutschen Markt konkurrieren eine Vielzahl von Open Source Shopsystemen um Marktanteile. Um ein möglichst breites Kundenspektrum zu erreichen, bieten fast alle Anbieter eine große Funktionsvielfalt, von denen die einzelnen Nutzer jeweils nur einen Teil tatsächlich brauchen. Die meisten Angebote unterscheiden sich für die Nutzer daher vor allem in Details. Größere Unterschiede gibt es allerdings in der programmatischen Umsetzung, den angebotenen Dienstleistungen, und auch zwischen den Strategien und Unternehmenskulturen der Anbietern.

Gemeinsamkeiten der verschiedenen Angebote

  • Programmierung : Fast alle sind in der Programmiersprache PHP geschrieben.
  • Skalierbarkeit : Alle haben früher oder später Geschwindigkeitsprobleme bei sehr umfangreichen Katalogen und zahlreichen Besuchern.
  • Module/Extensions : Alle haben einen 'Marktplatz' für Erweiterungen und Anpassungen. Deren Qualität ist allerdings sehr unterschiedlich.
  • Rechtssicherheit : Generell muß jeder Online-Shop auf Rechtssicherheit geprüft und ggf. angepasst werden, denn die Anforderungen ändern sich je nach Version und Konfiguration, sowie der aktuellen Gesetzeslage und Rechtsprechung. Speziell für den deutschen Markt entwickelte Online-Shop Software hat hier natürlich Vorteile.
  • Dual-Licence : Die meisten Anbieter haben eine Dual-License-Strategie. Es gibt eine, meist limitierte, kostenfreie Community Edition, und daneben eine oder mehrere kostenpflichtige Editionen.

Generell ist zu erwägen, daß größere Änderungen bestehender Software oft aufwändiger zu realisieren sind, und höhere Folgekosten bringen, als eine Eigenentwicklung der gewünschten Funktionen. Ungenutzte Funktionen erhöhen nur die Komplexität der Anwendungen und bringen unnötige Fehlerquellen und Angriffspunkte. Eine Vielzahl von Erweiterungen erhöht die Gefahr von Inkompatibilitäten und verkompliziert die Aktualisierung der Software. Weniger ist oft mehr.

Die Wahl der passenden Shopsoftware für ihre Firma kann nur anhand ihres Anforderungsprofils erfolgen. Nehmen Sie sich Zeit zur umfassenden Evaluierung, denn mit der Entscheidung werden Sie einige Jahre leben müssen.

Mit folgender Shop-Software kann ich Ihnen helfen:

Magento

Die Magento Community Edition (CE) bietet von Haus aus zahlreiche Funktionen und eine entsprechend umfangreiche Administration. Der Funktionsumfang von Magento CE ist für viele Shopbetreiber schon mehr als ausreichend. Zudem sind eine große Auswahl von Layouts/Themes und funktionalen Erweiterungen erhältlich.

Über die Administrationsoberfläche lassen sich viele Aspekte des Shops ohne Hilfe eines Entwicklers einstellen. Sie können Inhalte verwalten, verkaufsfördernde Aktionen durchführen (Promotionen, Newsletter), Berichte erstellen, Suchmaschinenoptimierung betreiben, und vieles mehr. Ein ausführliches Benutzerhandbuch und zahlreiche Lehrbücher sind erhältlich. Es ist dringend geraten, alles zuerst in einer Testumgebung auszuprobieren.

Die Hardwareanforderungen sind bei Magento relativ hoch. Es gibt allerdings für kleinere Shops spezialisierte Hosting-Angebote mit akzeptabler Geschwindigkeit und Preis. Aber auch bei Shops mit zahlreichen Besuchern und umfangreichen Katalogen lassen sich mit Hilfe einer schnellen Datenbank und mehrstufiger Zwischenspeicherung gute Ladezeiten erreichen.

Probleme

Magento ist sehr komplex und relativ schlecht dokumentiert. Es ist daher mit relativ hohen Entwicklungskosten zu rechnen, da selbst erfahrene Magento-Entwickler immer wieder viel Zeit mit Recherchen verbringen müssen.

Die 1.9.x Version hat schon in der Standardinstallation eine Datenbank mit 333 Tabellen. Die Magento 2 Versionen haben die Datenbank im Kern unverändert gelassen, kommen aber mit ein paar Tabellen weniger aus. Die Datenbank ist sehr komplex aufgebaut. Magento macht eine Synchronisierung des Katalogs oder der Benutzerdaten schwierig. Mit SQL ist da meist nichts zu machen. Das geht nur programmatisch mit Hilfe der Magento Objekte.

Die Aktualisierung der Software ist vor allem im Zusammenhang mit zahlreichen Erweiterungen zeitaufwändig und fehleranfällig.

Nach jahrelanger Arbeit wurde 2015 schließlich die Magento 2 Version herausgebracht. Die Versionen 1 und 2 sind jedoch so unterschiedlich, dass sowohl Gestaltungsvorlagen, als auch Erweiterungen nicht kompatibel sind.

Magento wurde ursprünglich von der Firma Varien entwickelt, 2011 durch eBay Inc. übernommen und 2015 an die Privatkapitalgesellschaft Permira Holdings weiterverkauft. Im Mai 2018 wurde Magento Commerce von Adobe aufgekauft. Es bleibt zu beobachten, was Adobe mit Magento will.

Spree Ecommerce Platform

Spree Ecommerce Platform bietet eine solide Basis für Ihren Online-Shop. Die Software ist in der Programmiersprache Ruby geschrieben und basiert auf dem Web-Framework 'Ruby on Rails'. Spree wird als echtes Open-Source Projekt gemanaged und mit Hilfe zahlreicher Entwickler kontinuierlich weiter entwickelt.

Spree hat einen im Vergleich zu Magento und anderen Konkurrenten begrenzten Funktionsumfang. Es hat alles, was ein Shop braucht, aber nicht viel mehr. Kundenspezifische Anpassungen und Erweiterungen lassen sich aber besonders gut und zügig entwickeln.

Vor allem für die Umsetzung individueller Online-Shops ist Spree eine gute Wahl. Auch für die kontinuierliche Entwicklung am und um den Online-Shop sind Ruby und Spree vorzüglich geeignet.

Probleme mit Spree

Es gibt deutlich weniger Ruby als PHP Entwickler. Zudem ist Spree in Deutschland nicht weit verbreitet. Die Zahl der Anbieter von passendem Ruby on Rails Hosting ist ebenfalls geringer.

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